1898Das E.P. kann auf eine über 100 Jahre alte Geschichte zurückblicken und gehört damit zu den alten Ausflugslokalen der Insel. Begonnen hat alles 1898, als der Lehrer Hans Rambach-Peters ein Ausflugs- und Gartenlokal in Boldixum gründete und es "Erdbeer-Paradies" nannte - nicht ahnend, dass dieser Name noch Jahrzehnte später als Inbegriff für Gastlichkeit und Festivitäten aller Art stehen würde.

1898Das Erdbeerparadies - damals noch aus zwei Gebäuden (Café und Wohnhaus) bestehend - verdankt seinen Namen einem etwa 5000 m² großem Erdbeerfeld, welches bis ca. 1960 hinter der Gastwirtschaft existierte. Wenn ein Gast Erdbeeren bestellte, wurden diese frisch vom Feld gepflückt und serviert. Dass bereits damals im E.P. nicht nur Sommerfrüchte konsumiert wurden, beweist die Rückseite dieser Postkarte: "die Karte hat immer im Punsch gelegen, hatten sehr viel Spaß" ...

1906In einer Anzeige des Veranstaltungskalenders (!) von 1906 heisst es: grosser, parkartig angelegter Obstgarten, schattige Lauben, angegehmer Aufenthalt ... Zur Belustigung der Kinder: ein possierlicher Affe, Kaninchen, Meerschweine ... Als Spezialität empfehle täglich frisch-gepflückte Paradies-Erdbeeren in Milch, Schlagsahne, rote Grütze ... Ausschank ff. Biere, Weine, Liqueure wie alle Spirituosen. Freundliche Bedienung. Um gütigen Besuch bittet hochachtungsvoll H. Petersen-Frey"

um 19501926 übernahmen Paul Boye und Frau das E.P.: Über das Angebot eines Cafés hinaus gab es mittags warme Speisen. Unter einer alten Eiche wurde eine Tanzfläche angelegt und sonntags wurde das Klavier für Tanz und Kinderfeste in den Garten gebracht. 1934 verpachtete Jens "Dollar" Jensen das Erdbeerparadies für 3 Jahre an Egon & Osina Knudtsen, die Eltern der heutigen Eigentümer. Während des 2. Weltkrieges hatte des EP wahrscheinlich geschlossen, in den Jahren danach tritt als Betreiberin Frau Seemann auf.

ca. 19551953 - 1962 führten Brunhilde & Willi Hansen das Traditionslokal. Obwohl in der Gastronomie zunächst völlig unerfahren führten sie das Erdbeerparadies mit großem Erfolg: Neben unzähligen Erdbeerspezialitäten gab es regelmäßige Tanz-Veranstaltungen mit Musicbox und Livemusik. Zu besonderen Anlässen wurden Leinwand und Fensehprojektor aufgebaut, so dass sich die Föhrer und ihre Gäste das "Spektakel" live im gerade erst aufkommenden Fernsehen anschauen konnten.

1978Ihr Nachfolger Leonard Peifer setzte von 1962 - 1971 vor allem auf Disco-Veranstaltungen und Livemusik. Dabei gelang es ihm, überregional erfolgreiche und bekannte Bands für seine Veranstaltungen zu gewinnen, so dass das Erdbeerparadies 1966 vergrößert und eine Bühne hinzugefügt wurde. Auch das Ehepaar Lohse änderte an dieser erfolgreichen Konzeption kaum etwas: Zwischen 1971 und 1990 pilgerten die Jungen und Junggebliebenen zu den "Top-Acts" und Discoabenden ins E.P.

Im Anschluss führte Hendrick Körner die Gaststätte als Schank- und Speisewirtschaft mit gelegentlichen Veranstaltungen - zunächst mit Hans Georg Padubrins, nach dessen Ausscheiden mit Hendrik Larrson, ehe ab Januar 2000 Mike Kursawe und Heinz Wieser dem Erdbeerparadies mit mexikanischer Küche und unter neuer Namensgebung ("Sancho-Panza") für zweieinhalb Jahre südländische Gemütlichkeit und mediteranes Ambiente verliehen.

2003Seit den Sommermonaten 2003 bemühen sich nun Helga & Michael Stehr - im Eröffnungsjahr noch gemeinsam mit Tanja & Thies Hohlfeld - an die guten alten Zeiten des E.P.´s anzuknüpfen und das Jahrzehnte alte Erfolgskonzept mit Erdbeeren, Musik und Veranstaltungen in gemütlicher Atmosphäre fortzuführen. Ebenso wie der Betrieb des schönen Biergartens gehört dazu auch ein Name: ERDBEERPARADIES

Quellennachweis: "Das Erdbeerparadies - Chronik eines Hauses" von Sönke Krahmer